Finnischer Takt

Hannu Lintu ist mit 44 Jahren Chefdirigent des Finnischen Radio-Symphonieorchesters. Und ein kämpferischer Europäer bis zum Schlussakkord: “Man muss nicht in Wien leben, um Brahms zu verstehen, nicht in Paris, um Debussy zu begreifen.” 281388_2317633946741_4777913_nUnd dennoch versteht er beide, denn als Finne hat er das Gefühl, Teil der gleichen europäischen Tradition zu sein. Musik und Kunst als wichtigstes Bindeglied für Europa zu sehen, dies hält er für einen grossen Gedanken – aber auch für eine leicht idealistische Idee.

http://europe.arte.tv/de/reportagen/europortraits-leurope-de-la-culture-2/

 

Keep digging!

Das war stets das Motto des Journalisten Bob Woodward. Der Mann, der mit seiner Watergate-Recherche US-Präsident Richard Nixon zu Fall brachte, ärgert mit seinen Enthüllungen auch heute noch die Mächtigen in Washington. Jetzt ist er 70 geworden.
Auch wenn seine Arbeit von heute nicht immer unumstritten ist – Ruhm, Karriere und Geld verwöhnen – so ist und bleibt er doch eine Legende.

Rettungsring in der Nachbarschaft

Während sich die Türkei und Griechenland wegen der Zypern-EU-Frage zanken, verlassen immer mehr Griechen wegen der wirtschaftlichen Lage ihres Landes ihre Heimat in Richtung Türkei. Vor zwei Jahrzehnten war das kaum denkbar.   Die Ankunft der Griechen – auch eine Chance für die griechisch-türkische Annäherung.

Der Feind von damals wird sozusagen zum Rettungsring. Jedes Land scheint inzwischen besser als Griechenland, so eine Griechin in einem  Fernseh-ITV.

Konkrete Zahlen gibt es kaum, aber immerhin: Es ist eine „Einwanderung von Null auf x“. Dem Anschein nach ist Istanbul bei den griechischen Auswanderern das Ziel Nummer eins.

Besonders beliebt sei die Türkei unter Akademikern, weil es dort zwei der besten 100 Universitäten der Welt habe, so Professor Dimitrius Triantafilu, der an der Kadir Has Universität in Istanbul unterrichtet.


Vom Megaprojekt zum Groschengrab

Vor zehn Jahren wurde im Südosten Portugals der umstrittene Alqueva-Staudamm eingeweiht, der den Rio Guadiana aufstaut. Es ist der größte künstliche See der EU. An dem Staudamm hingen alle Hoffnungen auf Entwicklungschancen für die ärmste Region des Landes, den Alentejo.

250 Millionen Euro kostete der Bau des Alqueva-Dammes – die Hälfte des Geldes stammte von der Europäischen Union. Heute hält der Damm, Wasser ist im See – doch die Kassen sind leer und alle notwendigen Anschlussfinanzierungen lassen auf sich warten. Die touristische und infrastrukturelle Erweiterung des Staudammgebietes in der trockensten Region Portugals ist gescheitert.

Heute hat sich das Megaprojekt als Groschengrab erwiesen .

Drohnenjournalismus

Drohnenjournalismus ist ein neues, inhaltlich bisher kaum hervorgetretenes Phänomen – aber was die ersten Pioniere gegenwärtig zu etablieren versuchen, hat mit den militärischen oder „aufklärenden“ Funktionen wohl nur wenig zu tun. Ihnen geht es viel eher darum, mit ersten Drohnenbildern den Markt der – teuren – Helikopterbilder und -filme aufzufrischen und aufzumischen.

Drohnenjournalismus ist gegenwärtig vor allem Fotojournalismus. Er will billiger sein und in Bereiche vordringen, die Hubschraubern verschlossen sind. Und er soll die journalistische Arbeit ungefährlicher machen. Direkten Gefahren muss sich kein Drohnenjournalist mehr aussetzen.

Die ersten drohnenjournalistischen Versuche fanden wohl in den USA statt:

Am 11. November 2011 schwebte ein kleiner Quadrocopter der Firma Robokopter über einer – eskalierenden – Demonstration in Warschau (Polen). Die Bilder zeigen offenbar die Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten am polnischen Unabhängigkeitstag. Ihre ästhetische Perspektive war neu, von oben, nicht von der Seite. Und so erlangten die Filmsequenzen über YouTube und die polnischen Massenzeitungen einige Popularität. Sie gelten inzwischen als beispielhaft.

Die (bisher wenigen) kommerziell genutzten Drohnen sind in der Regel kleiner und billiger als ihre militärischen Brüder, scheinen aber immer leistungsfähiger zu werden. Bereits 2010 wurde die kleine ferngesteuerte Drohne MD4-200 (47.000 Euro teuer) zur Überwachung der Proteste gegen die Castor-Transporte genutzt .

Daneben gibt es auch schon heute – eher dem traditionellen Modellflugzeug als der leistungsstarken Hightechdrohne nahe – Minidrohnen für den privaten Gebrauch. Eine ist der Quadrocopter Paront AR. Das eher spielzeugartige Gerät ist bei Amazon für rund 200 Euro zu erhalten. In den USA gibt es bereits eine regelrechte Amateurbewegung, die über 10.000 autonome, selbst zusammengebaute Drohnen besitzen soll.

Ob Zeppelin, Flugzeug, Hubschrauber oder Satellit: Seit es technisch möglich geworden ist, wurde das Bild (oder der Film) von oben von den Massenmedien für ihre Berichterstattung genutzt. Der (teure) Blick von oben hat sich eher langsam in den medialen Alltag „eingeschlichen“ – und verspricht vor allem eins: den neutralen Überblick.

Bereits 1994 wurde US-Footballidol O. J. Simpson von Kamerateams (paparazziartig) aus Helikoptern gefilmt, als er versuchte über eine Autobahn zu fliehen – die Bilder von der Flucht wurden live im Fernsehen übertragen. Damals klagten Polizei oder Rettungsdienste noch über Behinderungen ihrer Arbeit, Journalismusprofessoren über die Verschwendung journalistischer Ressourcen.

Doch das Helikopterbild setzte sich durch: Naturkatastrophen, große Radrennen, Marathonläufe oder Fußballturniere sind ohne Hubschrauberfotos (und Propellersurren) heute kaum noch denkbar. Als kürzlich ein Amokschütze in Aurora bei Denver (USA) während einer Batman-Filmvorführung ein Blutbad anrichtete, lieferten Hubschrauber die Überblicksbilder fürs Fernsehen, während die Reporter die Augenzeugen befragten. Selbst der Steisand-Effekt beruhte – ursprünglich – auf Helikopterfotos. Sie machten das bisher Unsichtbare sichtbar.

Daneben gibt es die – gezoomten – Satellitenbilder (aktuell etwa über die Lage in Syrien) oder die Bilder der (fixierten) Überwachungskameras. Auch sie zeigen die Welt von oben und dringen immer stärker in die Medien und ihre Berichterstattung ein.

Gedanken in Athen 2

Als deutscher Reporter geschieht es dieser Tage schon mal, dass man mit Hitlergruss und Schnauzbart geste gegrüsst wird, wenn man über die Finanz- und Wirtschaftkrise berichtet. Da tut es gut, von anderen Griechen mit Tränen in den Augen in den Arm genommen zu werden und den Appell an uns alle zu hören, dass bei allem Finanzdisaster die Europäische Idee und die Freundschaft unter den Menschen auf keinen Fall vor die Hunde gehen darf !